Dienstag, 7. März 2017

Krankenhäuser ...



Vor einiger Zeit schrieb ich über die Erlebnisse mit meiner Mutter und in dem Zusammenhang über die Zustände in Krankenhäusern.
Es  ist wirklich unglaublich, aber leider wahr - in der letzten  Zeit haben wir wiederum ziemlich negative Erfahrungen gemacht und ich werde mich auch noch an die örtliche Presse wenden!

Ich rufe hiermit nochmals dazu auf, sich gegen die herrschenden Bedingungen in den Krankenhäusern zu wehren!

Ich weiß, dass das Personal in den seltensten Fällen etwas dazu kann!  Aber wir dürfen diese Zustände nicht einfach so hinnehmen, denn wir alle werden eines Tages wahrscheinlich davon betroffen sein!
Und selbst, wenn wir es jetzt noch erfolgreich verdrängen, werden wir DANN furchtbar darunter zu leiden haben, wenn es erst soweit ist! Denn von alleine bessert sich nichts! Daher kann ich jedem Einzelnen von Euch nur raten: Engagiert Euch in diesem  Bereich! Setzt Euch für bessere Bedingungen in Krankenhäusern ein!

Unser Städtisches Klinikum gibt sich zwar als eines der größten Krankenhäuser Norddeutschlands aus, nennt sich Attraktiver Arbeitgeber, hält am Standort Salzdahlumer Straße eine Ärztliche Bereitschaftspraxis für Notfälle vor, die jedoch leider nicht adäquat besetzt ist für den zeitweilig hohen Patientenanfall und es wird immer noch weiter gebaut, denn andere Krankenhäuser in Braunschweig mußten schließen, dafür werden einige Kliniken zusammengelegt. Es ist - was dieses angestrebte Zwei-Standorte-Konzept des Städtischen Klinikums betrifft, von einer zukunftsfähigen medizinischen Versorgungsstruktur für Braunschweig die Rede.
Wenn das Patientenaufkommen aber jetzt schon kaum bewältigt werden kann bzw. nur mit unglaublich langen Wartezeiten, frage ich mich, wie es DANN erst sein wird???

Das Leitbild ist ein hohes, die Realität sieht indessen anders aus!

Das Städtische Klinikum wird als gemeinnützige GmbH geführt, die alleinige Gesellschafterin ist die Stadt Braunschweig! Und da liegt der Hase im Pfeffer .... denn die Stadt Braunschweig hat für alles Mögliche Geld, nur nicht genug für die Kliniken, wie es aussieht. Teure Kunstobjekte werden da gekauft, Bahnhöfe und ihre Umgebung großartig verschönert. Alles schön und gut, nur da, wo das Geld wirklich und dringend gebraucht wird, kommt es nicht an! 

Daß ich/wir bei weitem nicht die Einzigen sind, die diese negativen Erfahrungen betreffen,  kommt auch in den damaligen Post von unserer lieben Ari Sunshine zum Ausdruck! Und darüber hinaus haben mir viele von Euch in der letzten sehr schweren Zeit, als es meine Mutti dem Tode näher als dem Leben war, von Euren Krankenhauserfahrungen berichtet, darunter auch einige aus Braunschweig und Umgebung.

Ich danke Euch hiermit noch einmal sehr herzlich für Eure Anteilnahme!




Nachdem meine Mutter aus dem Krankenhaus entlassen wurde (einem anderen, als dem oben beschriebenen, in das sie dann wechselte und wo es wesentlich angenehmer war) sollte sie noch in eine Kurzzeitpflege, doch da mußten wir sie nach kurzer Zeit wieder herausholen, da die Unterbringung und mangelnde Betreuung für sie unerträglich waren.

Es kann doch nicht sein, daß man als Tochter, die selbst nicht mehr die allerjüngste ist - sorry, wenn ich das hier mal so sage - nahezu den ganzen Tag in Krankenhäusern bzw. Altenheimen verbringen muß, um die Mutter anständig versorgt zu wissen! Aber leider sind das die Tatsachen!
Ein so alter kranker und körperlich behinderter Mensch wird einfach den ganzen Tag allein gelassen, bis auf die Versorgung mit Mahlzeiten und Medikamenten. Dabei kann der Mensch nur abstumpfen!

Und wenn ich dann die großartige Werbung für solche Einrichtungen lese, u.a. Essen nach der neuesten Ernährungslehre, kann ich nur mit dem Kopf schütteln! Denn eine undefinierbare braune Pampe mit dicker Soße und eingepackte labberige Waffeln mit x Zusatzstoffen sowie pappweiche Brötchen morgens zum Frühstück . . . also wenn SOWAS unter den Erkenntnissen der modernen Ernährungswissenschaft angepriesen wird, ist das wirklich mehr als haarsträubend! Dabei kann der Mensch sehr rasch immer nur NOCH kränker werden . . . gesund stößt sich daran nur Einer - nämlich das Heim! Möglichst billig für möglichst viel Geld!

Lieber nehmen wir das alles auf uns - aber SO möchten auch wir im Alter NICHT behandelt und verwahrt werden!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Nun wisst Ihr, warum ich kaum  Zeit für Blogs hatte! Nur Instagram war ganz gut möglich von unterwegs und am Handy.

Inzwischen geht es jedoch wieder aufwärts, es gibt aber noch zahlreiche organisatorische Dinge zu erledigen, was meine Mutter betrifft. Doch ich hoffe, bald wieder regelmäßiger bloggen zu können.

Seid herzlich gegrüßt und habt nochmals lieben Dank!



Kommentare:

  1. Liebe Sara,
    Ja, auch in den Niederlanden hören wir das gleiche. Pieter's Ältester Bruder ist in 2012 gestorben und er hat immer darüber geklagt das seine Frau die halb gelähmt und später auch mit abgesetztes Bein so ofte liegen bleiben müßte da es an 'Versorgungsminuten' fehlte! Ja das stimmt: NUR MINUTEN! Schlimm ist so etwas und die Zukunft wird eher schlimmer werden.
    Hier ist es Gott sei Dank noch anders, zwar sehr teuer alles aber noch menschlich.
    Ganz lieber Gruß,
    Mariette

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    1. Traurige Entwicklungen, liebe Mariette! Wenn man Menschen unversorgt liegen läßt oder nur das Allernotwendigste tut und die Angehörigen sich dann noch viele Stunden im Krankenhaus aufhalten müssen, um dem Patienten beizustehen und ihn womöglich mit zu versorgen! Ich frage mich, wovor man krankenversichert ist!

      Leider wird es wohl schlechter statt besser werden, man kann nur hoffen, daß der liebe Gott uns beisteht, wenn wir einmal so weit sind!

      Wenn Du hier viel Geld hast, hast Du auch alle Möglichkeiten, das ist überall das Selbe! ;-) Doch die meisten Leute sind ja von die Finanzierung ihrer Krankenkasse angewiesen.

      Liebe Grüße
      Sara

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    2. Liebe Sara, ich meinte nicht das man hier bessere Versorgung hat wenn man viel Geld hat aber das die Versicherung im Monat hier soviel ist. Ich bezahlte letztem Jahr auch über 1,000 US $ im Monat und mußte die ersten $ 5,000 aus eigener Tasche bezahlen + alle Medikamenten! Aber menschlicherweise ist es hier viel lieber den Patienten gegenüber. Ja, lassen wir alle hoffen daß der liebe Gott uns beisteht.
      Lieber Gruß,
      Mariette

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  2. Liebe Sara,
    es ist wirklich erchreckend, denn überall hört man solche Geschichte, das darf es einfach nicht sein .... ich bin gespannt, was dagegen unternommen wird!
    Für Dich und Deine liebe Mutti die allerlebsten Wünche!
    Hab einen wundervollen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße,Claudia ♥

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    1. Liebe Claudia,
      von allein unternimmt sich da leider nichts, da müssen wir alle aktiv werden!
      Sonst sieht es für uns mal noch schlechter aus. Ich hoffe dennoch auf günstigere Entwicklungen.

      Danke und liebe Grüße
      Sara

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  3. liebe sara
    egal wo man hinschaut, es ist dasselbe! Vor allem wenn die Kliniken in privater Hand sind, privat heisst nichts anders als: möglichst viel Geld damit verdienen, dieses widerum heisst Werben mit hochtrabenden Worten !!
    Wenn ich dir erzählen würde was alles der Mutter einer Freundin widerfuhr,würden sich deine Haare sträuben!
    In den Senioren und Altenheimen ist das ähnlich, kein Personal - aus Gründen wie auch immer - und damit wird so mancher Missbrauch, so manche Nachlässigkeiten erklärt.
    Eine Horrorvorstellung ists für dich selbst das auch erwarten zu können.
    Ob irgendjemand dagegen etwas unternimmt oder es mag und kann, steht auf einem völlig anderen Blatt.
    keine guten Zukunftsvorhersagen möglich....meine Gedanken
    und guten Wünsche gelten deiner Mutter und dir...
    herzlichst Angelface

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    1. Liebe Angel,
      das kann ich mir schon vorstellen, ich höre es ja von allen Seiten! Und ich selbst hatte auch schon Einblick in Heime auch durch Praktika. Schlimme Zustände, die ich da miterleben konnte und darüber existierten auch schon in früheren Zeiten Bücher von Leuten, die sich sogar in Heime eingeschleust haben, um darüber schreiben zu können. Im Grunde war es schon damals nicht anders!
      Es ist gut, sich rechtzeitig auf das Leben im Alter mit Gebrechen einzustellen, evt. in eine gemischte WG zu ziehen oder Ähnliches, wenn man keine Kinder hat. Aber auch Kinder sind nicht für jeden die Altersversicherung. Es gibt aber auch noch die Möglichkeit des betreuten Wohnens, die gar nicht immer so teuer sein muß.

      Jemand wird sicher nichts unternehmen, wir alle sind gefordert - in einer Demokratie hat das Volk letztendlich die Macht, das wird heute scheinbar oft vergessen! Alle verlassen sich immer auf "jemand" auf "etwas" auf ein "Naturereignis" - das jedoch ist keine gute und fruchtbare Einstellung!

      Danke und liebe Grüße
      Sara

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  4. Liebe Sara,
    wie schön das Du am Ende schreiben kannst "es geht wieder aufwärts", das freut mich sehr und ich halte die Daumen, das es auch so bleiben wird.
    Liebe Grüße sendet Dir
    Kirsi

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    1. Danke, liebe Kirsi,
      zum Glück ist das Gröbste für meine Mutti abgewendet und es geht ihr den Umständen entsprechend wieder soweit "gut". Natürlich sind gewisse Leiden da, die nicht mehr wegzuretouchieren sind. Aber der Zustand ist stabil und damit könnte sie noch hundert Jahre alt werden.

      Ein weit verbreiteter Irrtum ist leider auch - und das möchte ich hier ausdrücklich einmal niederschreiben - nicht jetzt wegen Dir - sondern allgemein - daß immer angenommen wird, so alte kranke Menschen hätten ihr Leben gelebt und dann wäre es eben "normal", wenn sie sterben. An das Leid wird dabei dann kaum gedacht. Aber auch so alte kranke Menschen hängen am Leben und haben sogar noch Lebensfreude! Die man ihnen gern absprechen will! Da sie ja "schon so alt" seien! Auch dies haben wir immer wieder erlebt und das ist eine wirklich verwerfliche Einstellung!
      Ich hoffe nur, uns ergeht es nicht einmal so!

      Viele liebe Grüße
      Sara

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  5. Liebe Sara, ich kann Dich wirklich gut verstehen. Es ist zum Teil katastrophal was abgeht, aber nicht nur in Krankenhäusern und nicht nur mit alten Menschen. Unsere Gesellschaft verändert sich gerade sehr zum negativen. Es ist einfach nur noch traurig.

    lg kathrin

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    1. Liebe Kathrin,
      so ist das leider - es sind Entwicklungen, die ich in der Form aus früheren Zeiten auch nicht kenne. Es war nie ganz einfach und auch in den Heimen herrschten schon immer keine so tollen Verhältnisse, wie ich es oben an Angelface gerade schrieb. Doch insgesamt gibt es einen gefährlichen Abwärtstrend. Daran sollten wir alle arbeiten und mitwirken, daß sich da wieder etwas zum Positiven ändert.

      Danke und liebe Grüße
      Sara

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  6. Liebe Sara,
    ich habe Dir ja schon von meinen eigenen Erfahrungen berichtet. Mir ist es unverständlich, dass für die Betreuung der Patienten anscheinend kein Geld mehr da ist. Ich verstehe auch nicht, dass in so einem sensiblen Bereich ausschließlich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten gearbeitet wird, wo bleibt da die Menschlichkeit? Meine Frau könnte da auch viele Geschichten erzählen und wenn sie einmal anfängt, über Krankenhäuser zu reden, dann ist das nicht Gutes auch nicht über das Personal.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    1. Lieber Wolfgang,
      es fehlen einem die Worte angesichts dieser Zustände! Gut, wer nie ein Krankenhaus von innen sehen muß, aber leider kann man sich das nicht immer aussuchen. So können wir nur das Beste hoffen und unser Möglichstes tun! Was das Personal betrifft, haben wir solche und solche Erfahrungen gemacht. In dem KH, in dem meine Mutter jetzt länger lag, gab es schon sehr liebe und bemühte Schwestern. Es ging auch nicht ganz so hektisch wie in der Städtischen Klinik zu! Das muß ich dem KH wirklich zugute halten! Aber Zeit ist eben überall Mangelware und in den Altenheimen habe ich es vor Jahren selbst erlebt, als ich dort ein Praktikum absolvierte. Als eine Pflegekraft ausfiel, war Holland in Not. Es mußte von weiter entfernt eine Kraft angefordert werden und einige der bettlägerigen "Gäste" lagen teilweise schon Tage in ihrem Kot! Das waren leider die Tatsachen! Und auch die angeforderte Kraft war chronisch überlastet. Wer bereichert sich hier nun und wer läßt das Ganze zu??? Denn das Personal wird ja nicht gerade üppig bezahlt! Wie kann man einer solch schweren Tätigkeit nachgehen, wenn man nicht einmal ausreichend frei bekommt? Eine Freundin von mir, die Jahre in der Altenpflege tätig war, durfte Überstunden über Überstunden ansammeln, abbummeln konnte sie diese kaum. Sie war dann irgendwann ziemlich krank geworden und konnte ihren Beruf nicht mehr ausüben. Auch das ist Realität!
      Das alles geht gar nicht! Warum nur unternimmt niemand etwas???

      Alles Liebe
      Sara

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  7. Liebe Sara, ich glaube, dass es in Zukunft nicht besser wird, eher schlechter. Gerade heute habe ich einen Bericht über den Fachkräftemangel gesehen, der vor allem auch die ambulante Pflege betrifft.Keiner will den Job mehr machen. Da sind immer mehr die Angehörigen gefragt. Und wenn keine da sind? Was wird dann?

    Liebe Grüße Sabine

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