Montag, 24. November 2014

#Taschengate

mich gibt es hier!


Es ist schon eine Weile her, aber ich möchte dieses Thema dennoch hier aufgreifen, denn zu dem Zeitpunkt wäre ich auch nicht dazu gekommen.

Eine Bloggerin enthüllte, daß Stoff-Einkaufsbeutel der Drogerie "dm" jetzt in Indien von Kindern hergestellt werden und das unter haarsträubenden Bedingungen (70 Stunden Arbeitswoche!!!!!)

Die Sache verhält sich aber so: diese Stoffbeutel wurden bisher in Deutschland von der ökoverträglichen Firma Manomama für dm produziert.Plötzlich jedoch - stellte die Bloggerin fest - sahen die Taschen verändert aus und auch das Label der Firma Manomama fehlte auf einmal. Obwohl die Taschen auf dem ersten Blick identisch wirken...

Habe ich mich doch vor einer Weile schon gewundert, daß dm auf einmal diese kleinen Plastikbeutelchen nicht mehr im kostenlosen Angebot hat. Nicht, daß ich für Plastikbeutel wäre, ganz und gar nicht!

 
#Taschengate: Bloggerin sorgt für Shitstorm bei DM 

und hier alle Twitter-Meldungen zu dem Thema!


Doch was mir aufstößt, ist die Tatsache, daß man sich derart an Plastikbeuteln festmacht, wo doch so unglaublich viel Anderes ebenfalls aus Plastik besteht und oft auch schon nach kurzer Zeit auf dem Müll landet! Bestenfalls im Recyclingmüll ...
Und nun würde ich gerne Statistiken sehen ... jeder EU-Bürger soll 200 Plastiktüten im Jahr verbrauchen, fand ich gerade hier, während es bei uns Deutschen "nur" 76 Tüten pro Jahr pro Kopf sind.

Nun möchte ich aber in die Statistiken der plastikherstellenden Industrie Einblick nehmen, wie viele Tonnen Plastik pro Jahr und wieviel Plastik pro Kopf summa summarum jährlich unters Volk  gebracht wird ...
Ich weiß, daß die Plastiktüten ein besonderes Problem darstellen, z.B. indem sie die Meere weitflächig verschmutzen, obenauf schwimmen oder Vögel an ihnen sterben. Das grundsätzliche Umweltproblem bereitet aber nun mal jede Art von Plastik, nicht nur diese Tüten! Ca. 6 Millionen Tonnen Plastikabfälle gelangen jährlich weltweit in die Ozeane, weltweit werden in etwa jede Stunde ca. 675 Tonnen Müll ins Meer geworfen, die Hälfte davon besteht aus Plastik! Nicht allein Plastik-Tüten!!!

Weihnachtsschmuck aus Plastik zum Beispiel ... der in der nächsten Saison schon wieder entsorgt wird ... und die Packungen werden immer größer ... 


Verständlich, wenn der moderne Mensch von heute nicht mehr den guten alten schweren Weidenkorb für seine Wäsche benutzen will, und gegen Wäschekörbe aus Plastik will ich auch nichts sagen, denn sie halten auch ziemlich lange, wenn man da auf Qualität achtet.
Doch vieles andere besteht ja auch aus Kunststoff und wir kaufen es, ohne uns groß Gedanken darüber zu machen und obwohl wir eine natürliche Alternative hätten! Die noch dazu besser, gesünder ist!

Dennoch sind 600 Milliarden Plastikbeutel jährlich eine Katastrophe und da muß global schleunigst etwas passieren!

Um zu den Taschen zurückzukommen ... die muß man auch nicht unbedingt bei dm an der Kasse kaufen - besser ist es, einen Beutel von Zuhause aus mitzuführen.

Angie zum Beispiel näht auch Taschen in Kleinproduktion. Jede/r der eine Stofftasche oder Stoffbeutel kauft oder mehrere, hat es fortan nicht mehr nötig, an der Kasse nach Plastiktüten zu greifen. Schaut doch einfach ab und zu einmal vorbei im Taschenatelier

Nebenbei bemerkt, ist an diesem Brigitte-Artikel (den ich hier entdeckte), auch ein Körnchen Wahres dran, mag man ihn sehen, wie man will - die mehr als eintausend Kommentare sprechen ihre eigene Sprache ... doch sollte die Autorin wissen, daß es durchaus auch noch ein paar Frauen gibt, die das Handarbeiten nicht nur aus Hobbygründen tun sondern um einen Erwerb zu erzielen! Sei es, weil sie keine Anstellung fanden, krank oder behindert sind und aus diesen Gründen nicht außer Haus erwerbsarbeiten gehen können oder als Mutter von Kindern nicht so flexibel sind, da eine liebe Großmutter fehlt, die die lieben Kleinen regelmäßig und vor allem liebevoll versorgt!
Mit Emanzipation hat das Ganze so wenig wie Äpfel mit Tomaten zu tun. ;-) Im Gegenteil ... wie emanzipiert muß Eine sein, wenn sie sich nachts noch hinsetzt und Stunden näht, um auf diese Weise - hoffentlich - ihr monatlich dringend notwendiges Einkommen zu erzielen!??! Oder ist irgendwo jemand, der von Hartz IV gut leben kann (und will)???
Und warum sollte eine Frau, die manuell begabt ist, diese Fähigkeit nicht nutzen und stattdessen Kickboxen trainieren??? Was ihr gar nicht liegt ... Aber vielleicht macht sie das ja zusätzlich noch . . . 

Wie Ihr seht, ist mir der Spaß an kritischen Artikeln nicht vergangen. Diese Themen gehen uns alle an und wir sollten die Augen davor nicht verschließen.

Herzlichst


Kommentare:

  1. Ich selber benutze - wenn es eben geht - keine Plastiktaschen. Wenn ich einkaufen fahre, habe ich immer eine Leinentasche mit. Für den Fall dass der Einkauf etwas großer wird einen Plastikkorb weil ich den auf meinem Quad befestigen muß. Diese Großen zusammen klappbaren...
    Meine Plastikteile habe ich viele Jahre. Z. B. Plastikdosen für Wurst und Käse für den Kühlschrank.
    Man kommt an Plastik heute nicht mehr vorbei. Nur bei den Wegwerfartikel sollte man sich was anderes ainfallen lassen.
    Wie du schon sagtest, treiben im Meer riesige Felder von Plastikmüll. Der zersetzt sich zwar im Meer und wird in immer kleinere Partikel zerlegt. Diese werden von Fischen gefressen und die Stoffe aus denen das Plastik gemacht ist gelangen so in unsere Nahrungskette.

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    1. Hallo Gucky,
      genauso mache ich es auch. In manchen Bereichen ist Plastik einfach praktisch oder dient der Hygiene, da kann man es leider nicht ändern.
      Aber Plastik zersetzt sich EXTREM langsam, das dauert Hunderte Jahre! ;-)
      Nun ist die Herstellung von Plastik außerdem noch ein Problem, ich erinnere nur an das Erdöl und Atomkraftwerke ... es wird unendlich viel Energie für die Produktion gebraucht, oftmals nur dafür, daß wir alles hoppladihopp schnell wieder entsorgen, was wir doch gerade erst gekauft haben!

      Liebe Grüße
      Sara

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  2. Liebe Sara,
    ein sehr aktuelles Thema!
    Auch ich habe immer einen Stoffbeutel in der Tasche, beim Einkaufen hab ich meine Stofftaschen und einen Korb ....Plastik vermeide ich so gut es geht!
    Ich wünsche Dir noch einen gemütlichen Abend!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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  3. Liebe Sara,

    an eines in meiner Zeit in der DDR erinnere ich mich diesbezüglich besonders: er existierten keine Plastiktüten. Wir sind mit Korb oder Tasche zum Einkaufen gegangen. Insgesamt gab es hauptsächlich Mehrweg und weniger Einweg. Nicht zu vergessen, dass wir Weinflaschen, Gläser, Papier und weiß ich was alles noch gesammelt haben. Wenn ich jetzt daran denke, wie schnell (trotz Mülltrennung) meine hierfür vorgesehen Gefäße voll sind...

    Ich bin auch froh, dass ich altes Brot mit zum Pferdehof nehmen kann, und Kartoffelschalen und sonstige Gemüseabfälle holt sich jemand vom Dorf, der Viehzeug hat.

    Allerbeste Grüße

    Anke

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    1. Daran erinnere ich mich auch noch gut, liebe Anke - nur von der West-Sicht aus.Was für uns moderne Errungenschaft war, wurde ja in der DDR produziert ... Plaste ... während man bei uns Plastik sagte. ;-)
      Ja, an das geringe Müllaufkommen erinnere ich mich auch noch zu gut! Allerdings verbrannten wir seinerzeit noch einen gut Teil "Müll" im Ofen. Was heute so nicht mehr möglich wäre.
      Aber es ist schon so, alles muß separat verpackt werden, schon aus Sicherheitsgründen. Ob es vor Diebstahl schützen soll oder vor Verunreinigung, all diese Blister-Packungen .... das ist schon enorm, was man jedes Mal an "Müll" heimbringt, wenn man eingekauft hat.

      Ich wünschte auch, es gäbe wieder mehr Mehrweg. Milch kaufe ich nur im Glas, auch Joghurt. Warum geht das nicht bei anderen Lebensmitteln? Glas ist appetitlicher, sauberer zu halten, es schmeckt daraus WESENTLICH besser ... soll unser gesamtes Wohlbefinden immer dem Kommerz geschuldet sein??

      Es ist so schön, wenn vieles noch so gut funktioniert, wie Du es auch mit dem Pferdehof beschreibst!

      Liebe Grüße
      Sara

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  4. Liebe Sara,

    ich benutze immer Stofftaschen.
    Das gefällt mir besser.

    Einen guten Abend wünscht dir
    Elisabeth

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  5. Ich finde es teilweise einfach nervig, dass alles doppelt und dreifach verpackt wird und aufgrund dessen auch viel zu viel Müll anfällt.

    lg kathrin

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